Welche Halterung brauche ich für mein Balkonkraftwerk?+
Das richtet sich vor allem nach dem Montageort, den man deshalb zuerst festlegen sollte, bevor man eine Halterung kauft. Für die Montage am Balkongeländer braucht man Geländerklemmen, die das Modul außen oder innen ans Geländer klemmen und zur Form – rund oder eckig – sowie zur Stärke des Geländers passen müssen. Für ein Flachdach oder eine Terrasse eignet sich eine Aufständerung, ein Gestell, das die Module in einem bestimmten Winkel aufstellt und entweder verschraubt oder mit Ballast beschwert wird. Für eine Wand oder Fassade gibt es spezielle Wandhalterungen, und für ein Ziegeldach braucht es Dachhaken, die unter die Ziegel greifen, was eine eigene Produktkategorie ist. Die beste Halterung nützt nichts, wenn sie zum Untergrund nicht passt, weshalb man den Montageort vorab genau anschauen und ausmessen sollte: Welche Form und Stärke hat das Geländer, wie tragfähig ist die Wand, wie groß ist die freie Dachfläche? Erst wenn das geklärt ist, fällt die Wahl eindeutig aus. Wer flexibel bleiben will, greift zu einer verstellbaren Aufständerung, die sich für Flachdach, Terrasse und Boden eignet.
Wie wichtig ist die Windlast bei der Montage?+
Die Windlast ist der wichtigste Sicherheitsfaktor bei der Montage und wird von vielen unterschätzt, obwohl sie über die Standsicherheit der ganzen Anlage entscheidet. Sobald ein Modul aufgeständert wird, bietet es dem Wind eine Angriffsfläche, und die dabei entstehenden Kräfte können erheblich sein, besonders in Böen und in höheren Stockwerken. Ein nicht ausreichend gesichertes Modul kann sich lösen, verrutschen oder im Extremfall sogar abheben und dann zur Gefahr für Personen und Sachen in der Umgebung werden. Deshalb muss eine Flachdach- oder Terrassenaufständerung entweder fest verschraubt oder mit ausreichend Ballast beschwert werden, etwa mit Gehwegplatten. Wie viel Ballast nötig ist, hängt von der Windzone, in der man wohnt, von der Höhe des Gebäudes und vom gewählten Neigungswinkel ab, denn je steiler das Modul steht, desto größer ist die Angriffsfläche und desto mehr Beschwerung ist erforderlich. Am Balkongeländer ist die Windlast meist unkritischer, weil das Modul flach anliegt und das Geländer zusätzlichen Halt gibt, vorausgesetzt die Klemmen sitzen fest. Im Zweifel sollte man den Ballast lieber großzügig bemessen und die Befestigung nach dem ersten Sturm noch einmal kontrollieren, denn hier geht Sicherheit klar vor Ertragsoptimierung.
Welcher Neigungswinkel ist der beste?+
Ein mittlerer Neigungswinkel von etwa 30 Grad ist über das ganze Jahr gesehen der beste Kompromiss und für die meisten Standorte die vernünftigste Wahl. Der Winkel beeinflusst den Ertrag, allerdings weniger dramatisch, als viele annehmen. Ein steiler Winkel um 60 Grad holt im Winter bei flachem Sonnenstand mehr heraus und lässt Schnee besser abrutschen, kostet dafür aber im ertragreichen Sommer Leistung und erhöht die Windangriffsfläche deutlich. Ein flacher Winkel ist umgekehrt im Sommer im Vorteil und im Winter schwächer. Der mittlere Winkel um 30 Grad gleicht diese Extreme aus und liefert über das Jahr den ausgewogensten Ertrag, bei gleichzeitig moderater Windlast. Wichtiger als das exakte Gradmaß ist ohnehin oft die Ausrichtung: Eine Südausrichtung bringt die höchste Tagesspitze, während eine Ost-West-Aufteilung den Ertrag über den Tag verteilt und besser zum Eigenverbrauch passt. Eine verstellbare Halterung hat den Vorteil, dass man den Winkel an den Standort und sogar an die Jahreszeit anpassen kann, etwa steiler im Winter und flacher im Sommer. Am senkrechten Balkongeländer ist der Winkel dagegen fest vorgegeben, weil die Module steil stehen, was man am besten durch etwas mehr Modulleistung ausgleicht.
Kann ich mein Balkonkraftwerk am runden Geländer befestigen?+
Ja, das ist möglich, aber man braucht dafür Geländerklemmen, die ausdrücklich für runde Geländer ausgelegt sind, denn runde und eckige Geländer verlangen unterschiedliche Klemmsysteme. Eine Klemme, die für ein flaches, eckiges Profil gedacht ist, hält an einem runden Rohr nicht sicher und umgekehrt. Deshalb sollte man vor dem Kauf die Form des Geländers bestimmen und zusätzlich die Stärke beziehungsweise den Durchmesser des Geländers ausmessen, weil die Klemmweite der Halterung dazu passen muss. Viele Halterungen geben einen zulässigen Bereich für die Geländerstärke an, in den das eigene Geländer fallen muss. Ist das Geländer sehr dünn, sehr dick oder ungewöhnlich geformt, kann es sein, dass Standardklemmen nicht passen und man eine spezielle Lösung braucht. Neben der reinen Passform ist die Stabilität des Geländers selbst wichtig: Es muss das Gewicht des Moduls und die zusätzlichen Windkräfte sicher aufnehmen können, was bei einem lockeren oder korrodierten Geländer nicht gewährleistet ist. Wenn man zur Miete wohnt, sollte man die Befestigung außerdem mit dem Vermieter abstimmen und auf eine Montage achten, die das Geländer nicht beschädigt und sich rückstandsfrei wieder entfernen lässt.
Aus welchem Material sollte die Halterung sein?+
Die Halterung sollte aus korrosionsbeständigem Material bestehen, in der Regel aus Aluminium mit Schrauben und Klemmen aus Edelstahl, weil sie über viele Jahre ungeschützt der Witterung ausgesetzt ist. Regen, Frost, Feuchtigkeit und UV-Strahlung setzen dem Material dauerhaft zu, und eine Halterung, die zu rosten beginnt oder spröde wird, verliert ihre tragende Funktion, was angesichts der Windlasten ein Sicherheitsrisiko darstellt. Aluminium ist leicht, stabil und rostet nicht, weshalb die meisten guten Halterungen aus Aluprofilen gefertigt sind. Edelstahlschrauben haben den Vorteil, dass sie sich nicht durch Korrosion festsetzen und die Halterung auch nach Jahren noch justiert oder demontiert werden kann. Bei sehr günstigen Angeboten aus einfachem Stahl sollte man genau auf eine ordentliche Verzinkung achten, denn unbeschichteter oder schlecht beschichteter Stahl setzt schon nach der ersten feuchten Saison Rost an, der die Verbindungen schwächt. Da die Halterung eine tragende und sicherheitsrelevante Aufgabe hat, lohnt es sich, hier nicht am falschen Ende zu sparen und lieber einmal eine hochwertige Alu-Edelstahl-Konstruktion zu kaufen, als nach kurzer Zeit eine verrostete Halterung ersetzen zu müssen. Auch die Qualität der Klemmen und Auflagepunkte zählt, damit das Modul nicht durch scharfe Kanten beschädigt wird.
Brauche ich für die Flachdachmontage Ballast?+
In den allermeisten Fällen ja, denn auf einem Flachdach möchte man die Dachhaut nicht durchbohren, um sie nicht zu beschädigen und undicht zu machen, weshalb die Aufständerung dort üblicherweise nicht verschraubt, sondern mit Ballast beschwert wird. Als Ballast dienen typischerweise Gehwegplatten oder ähnliche schwere Elemente, die auf die dafür vorgesehenen Auflageflächen der Aufständerung gelegt werden und das Gestell samt Modul gegen die Windkräfte am Boden halten. Wie viel Ballast erforderlich ist, lässt sich nicht pauschal sagen, sondern hängt von mehreren Faktoren ab: von der Windzone, in der das Gebäude steht, von der Höhe des Gebäudes, von der Größe und dem Neigungswinkel des Moduls sowie von der Bauart der Aufständerung. Als Faustregel gilt, dass ein steilerer Winkel und ein höher gelegenes Dach mehr Ballast erfordern, weil die Windangriffsfläche und die Windgeschwindigkeit dort größer sind. Man sollte den Ballast im Zweifel lieber großzügig bemessen, denn ein abhebendes Modul auf einem Dach ist eine ernste Gefahr. Wer unsicher ist, kann die Herstellerangaben zur Ballastierung heranziehen oder im Zweifel fachlichen Rat einholen. Wichtig ist außerdem, dass das Flachdach die zusätzliche Last aus Modul, Aufständerung und Ballast statisch tragen kann, was bei den meisten Dächern unproblematisch ist, bei Leichtbaudächern aber geprüft werden sollte.
Ist die mitgelieferte Halterung im Komplettset ausreichend?+
Oft ja, aber nicht immer, und es lohnt sich, die mitgelieferte Halterung kritisch anzuschauen, statt sie ungeprüft zu verbauen. Viele Balkonkraftwerk-Komplettsets enthalten bereits eine Halterung, die auf den vorgesehenen Montageort abgestimmt ist, etwa eine Geländerhalterung oder eine einfache Aufständerung, und für den Standardfall ist diese in der Regel ausreichend und passend zu den Modulen des Sets dimensioniert. Problematisch wird es, wenn der eigene Montageort vom Standardfall abweicht: Wenn das Set beispielsweise eine Geländerhalterung enthält, man das Modul aber auf einem Flachdach aufständern möchte, oder wenn die mitgelieferte Halterung nicht zur Form des eigenen Geländers passt, muss man eine separate, passende Halterung nachkaufen. Auch bei der Qualität gibt es Unterschiede, denn bei sehr günstigen Sets ist die Halterung manchmal einfach gehalten, und wer in einer windexponierten Lage wohnt oder besonderen Wert auf Stabilität legt, ist mit einer höherwertigen Aufständerung aus Aluminium und Edelstahl besser bedient. Vor dem Kauf oder der Montage sollte man daher prüfen, ob die enthaltene Halterung zum eigenen Montageort passt, ob sie die Windlast am Standort sicher aufnimmt und ob das Material den dauerhaften Außeneinsatz aushält. Passt sie, spart man sich den Zusatzkauf; passt sie nicht, ist eine separate Halterung die sinnvolle Investition.
Darf ich am Balkon in einer Mietwohnung überhaupt bohren oder klemmen?+
Grundsätzlich haben Mieter seit der rechtlichen Privilegierung von Balkonkraftwerken einen Anspruch darauf, ein Steckersolargerät anzubringen, aber bei der konkreten Art der Befestigung darf der Vermieter mitreden, damit die Bausubstanz geschützt bleibt. Das bedeutet in der Praxis, dass man die geplante Montage vorab mit dem Vermieter abstimmen sollte, insbesondere wenn dafür gebohrt werden müsste. Am unkompliziertesten sind Klemmhalterungen, die das Modul ohne Bohren ans Geländer klemmen und sich später rückstandsfrei wieder entfernen lassen, denn sie greifen nicht in die Bausubstanz ein und sind daher aus Vermietersicht meist unproblematisch. Muss dagegen in eine Wand, Brüstung oder Decke gebohrt werden, ist das ein stärkerer Eingriff, für den in der Regel die Zustimmung des Vermieters nötig ist und der bei Auszug gegebenenfalls zurückgebaut werden muss. Wer zur Miete wohnt, fährt daher am besten mit einer klemmbaren, nicht invasiven Lösung, wählt eine Halterung, die zur Geländerform passt, und hält die Absprache mit dem Vermieter am besten schriftlich fest. So bleibt der grundsätzliche Anspruch auf das Balkonkraftwerk gewahrt, ohne dass es später Streit um Bohrlöcher oder Schäden gibt. In einer Eigentümergemeinschaft gilt Ähnliches: Der Anspruch besteht, die konkrete Ausführung sollte aber mit der Gemeinschaft abgestimmt werden.