Ein großes Haus stellt das WLAN vor ein anderes Problem als eine Wohnung. In der Fläche kommt Funk weit; nach oben und unten, durch Geschossdecken hindurch, kommt er schlecht. Genau das wird beim Kauf oft unterschätzt: Man kauft ein Set nach Quadratmetern, verteilt die Knoten auf einer Etage und wundert sich, warum das Dachgeschoss trotzdem tot bleibt.
Wir prüfen die Systeme nicht selbst, sondern verdichten Herstellerangaben, Fachmedien und verifizierte Käufer-Bewertungen. Für das große Haus zählen vor allem drei Dinge: die vertikale Anordnung der Knoten über die Etagen, die Anbindung untereinander — Funk oder Kabel — und die Bausubstanz, denn Stahlbeton, Fußbodenheizung und Stahlträger in Altbaudecken dämpfen das Signal massiv.
Unsere Kernposition aus der Quellenauswertung: In vertikaler Richtung ist der Abstand durch die Decken kritischer als in der Fläche. Deshalb funktioniert die Anordnung, die viele intuitiv wählen — alle Knoten schön verteilt auf dem Wohngeschoss — am schlechtesten. Richtig ist eine vertikale Kaskade: Router im Erdgeschoss, ein Knoten im Obergeschoss möglichst senkrecht darüber, ein weiterer im Dachgeschoss darüber, jeder spricht mit dem direkt darunterliegenden. Und sobald mehrere Stahlbetondecken zwischen den Etagen liegen, liefert nur ein Kabel-Backhaul stabile Raten — Funk allein kapituliert an zwei Betondecken.
Wie wir auswählen und gewichten, steht in unserer Methodik.
Verständlich erklärtDatenblatt ohne Fachchinesisch
Was die wichtigsten Angaben wirklich bedeuten – in einem Satz.
- Vertikale Kaskade
- Die Anordnung der Knoten übereinander statt nebeneinander: Router unten, jeder weitere Knoten möglichst senkrecht darüber im nächsten Geschoss. So spricht jeder Knoten mit dem direkt darunter — der kürzeste Weg durch die Decke.
- Geschossdecke
- Die Decke zwischen zwei Etagen. Aus Stahlbeton, mit Fußbodenheizung oder Stahlträgern dämpft sie Funk deutlich stärker als eine normale Zimmerwand.
- Kabel-Backhaul
- Die Verbindung der Knoten per Netzwerkkabel statt per Funk. Zwischen Etagen mit Betondecken ist er oft die einzige Möglichkeit, stabile Geschwindigkeit nach oben zu bringen.
- Multi-Gig-Port
- Ein Netzwerkanschluss, der mehr als ein Gigabit überträgt (etwa 2,5 Gigabit). Nötig, wenn ein Kabel-Backhaul mehr als die klassische Gigabit-Grenze durchleiten soll.
- Access Point
- Ein per Kabel angebundener zusätzlicher WLAN-Sender. Technisch die stabilste Lösung im großen Haus, wenn eine Netzwerkverkabelung vorhanden ist.
- Reichweite je Knoten
- Wie weit ein einzelner Knoten sein Signal trägt. Kräftige Knoten können im weitläufigen Haus die Zahl der nötigen Geräte senken.
KlartextKlartext: Was im großen Haus wirklich zählt
Hersteller werben mit Quadratmetern. Im mehrgeschossigen Haus ist das die falsche Kennzahl.
›Die vertikale Anordnung schlägt die Knotenzahl.
Durch Decken kommt Funk schlecht. Ein Knoten pro Etage senkrecht übereinander versorgt ein Haus besser als fünf Knoten, die alle auf dem Wohngeschoss stehen.
Grundlage: router-tipps: Mesh mit drei Etagen planen
›Bei mehreren Betondecken ist ein Kabel Pflicht, kein Extra.
Stahlbeton dämpft Funk so stark, dass ein reines Funk-Mesh an zwei Decken scheitert. Ein LAN-Backhaul liefert dann als Einziges stabile Raten in die oberen Etagen.
Grundlage: win-tipps: Mesh-Backhaul optimieren
›Das Treppenhaus ist der unterschätzte Trick.
Ein Knoten im offenen Treppenhaus funkt durch die Treppenöffnung statt durch massive Decke und erreicht so oft zwei Etagen ohne Kabel — die eleganteste Lösung, die kein Datenblatt nennt.
Grundlage: Galaxus: WLAN in jedem Stockwerk
›Quadratmeterangaben gelten für offene Fläche.
Die beworbene Reichweite in Quadratmetern misst freie Sicht ohne Wände und Decken. Im realen Haus mit Geschossdecken ist sie deutlich geringer — deshalb nach Etagen planen, nicht nach Fläche.
Grundlage: Fachmedien-Marktueberblick Mesh grosse Haeuser
Unabhängige Einordnung der Redaktion auf Basis der unten gelisteten Quellen. Keine bezahlte Platzierung.